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Die Historie

Die St. Sebastianus-Bruderschaften haben von jeher am Niederrhein, besonders im Erzstifte Köln, eine Heimat gefunden.

Für das Gründungsjahr der Bruderschaft können sichere Daten nicht ermittelt werden. Es darf aber mit großer Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass sie im Jahre 1475 entstanden ist. Aus einem Register des Nikolausklosters geht hervor, dass im Jahre 1475 dort außergewöhnlich viele an der Pest, welche um diese Zeit im Erzstifte Köln grassierte, gestorben sind. Auch der regierende Graf Johann VI. starb in jenem Jahre, vermutlich ebenfalls an dieser schrecklichen Seuche. In dieser Zeit verbanden sich die wehrhaften Männer zu Bruderschaften und stellten sich unter den Schutz des hl. Sebastian. Sie bewachten die entvölkerten Ortschaften und begruben die von der Pest Dahingerafften.

Die St. Sebastianus-Bruderschaft der Pfarre Bedburdyck war vorwiegend eine kirchliche Einrichtung.

Auf Christi Himmelfahrt und am Pfingstmontag hatten die Mitglieder die Pflicht, die feierlichen Prozessionen in Bedburdyck und in Hemmerden zu begleiten. Unentschuldigtes Fernbleiben hatte eine Strafe von 1 Pfund Wachs für die Kirche und 1 Gulden für die Bruderschaft zur Folge.

Am Tage des hl. Sebastian hatten sie dem Messopfer beizuwohnen. Wer ohne Grund fehlte, verfiel in dieselbe Strafe.

Die Mitglieder hatten die Pflicht, einem verstorbenen Mitbruder das letzte Ehrengeleit zu geben.

Bei vielen wichtigen Vorkommnissen trat die Bruderschaft in Tätigkeit, so beim Empfang des Bischofs, bei der Einführung eines neuen Pfarrers, bei der Hochzeit und beim Begräbnis eines regierenden Grafen zu Dyck.

Auch in sozialer Hinsicht erstrebte die Bruderschaft edle Ziele. Bei Unglücksfällen leisteten die Mitglieder Hilfe. In Not geratene Mitglieder erhielten aus der Kasse eine Unterstützung.

Die Bedburdycker Bruderschaft erfreute sich eines hohen Ansehens. Adlige und andere hochgestellte Personen ließen sich in das Mitgliedsverzeichnis eintragen.

Der Protektor der Bruderschaft war der regierende Graf zu Dyck als Landesherr. Dieses Amt wurde nach dem Tod des Fürsten Franz Josef im Jahre 1958 von der Fürstin übernommen, die dieses Amt bis zu ihrem Tod ausübte. Es dürfte wohl einzig dastehen, dass das Protektorat über eine Bruderschaft mehr als 475 Jahre bei einem Hause geblieben ist. Den Grafen und Fürsten Salm Reifferscheidt zu Dyck hat stets das Wohl der Bruderschaft am Herzen gelegen, und diese hat ihnen vieles zu verdanken.
Ein Höhepunkt in der Geschichte der Bruderschaft war die Feier des 400.-jährigen Bestehens vom 29.6. -1.7.1906. Bei der Parade in der Buchenallee von Schloß Dyck wirkten 15 auswärtige Bruderschaften mit.

Die Schützenfeste der Bruderschaft waren stets mit großen Strapazen verbunden. Vielleicht ist das ein Grund, dass der Schriftführer Hambüchen 1930 klagt: „Die Teilnahmslosigkeit innerhalb der Bruderschaft ist nie so stark gewesen wie jetzt. Warum sind die Brüder nicht mehr für ein Schützenfest zu begeistern? Allenthalben in der Umgebung sind Schützenfeste; nur hier nicht. Brüder besinnt euch!"

Nach dem 2. Weltkrieg regte sich bald wieder neues Leben in der Bruderschaft. Die erste Generalversammlung fand am 29.6.1946 in Aldenhoven statt. Die Begeisterung war anfänglich groß. Es bestand aber keine Neigung, ein Schützenfest zu feiern.

Erster König nach dem Kriege wurde 1950 Bürgermeister Willi Marx. In den folgenden Jahren wurde das Verlangen, wieder Schützenfest zu feiern, stärker. Vor allem sollte das 450.- jährige Bestehen der Bruderschaft nach althergebrachter Weise gefeiert werden. In Aldenhoven standen 3 Züge bereit, in Damm ebenfalls 3, in Rath 2 und in Wallrath 3.

So konnte die Bruderschaft vom 30.6. -2.7.1956 in einem glanzvollen Rahmen ihr 450.-jähriges Bestehen feiern. 10 auswärtige Bruderschaften und Schützenvereine nahmen an der Parade vor dem Schloß teil.
Schon in den nächsten Jahren erlahmte wieder jegliches Interesse für ein Schützenfest im herkömmlichen Sinne. 1958 wurde das letzte Schützenfest unter Beteiligung der gesamten Bruderschaft gefeiert. König war damals Willi Esser aus Rath. Mit dem Omnibus fuhren die Schützen aus Damm und Aldenhoven nach Rath zur Königsparade.
Auf der Generalversammlung am 18.1.1959 stellte Aldenhoven den Antrag, ein eigenes Schützenfest innerhalb der St. Sebastianus-Bruderschaft der Pfarre Bedburdyck zu feiern. Der Antrag wurde genehmigt.

Ebenfalls wurde Aldenhoven gestattet, das Königssilber und die Bruderschaftsfahne zu benutzen. Mag es die Freude am bunten Rock sein oder das Verantwortungsbewußtsein vieler, die bisher abseits der Bruderschaft standen, ein Regiment sammelte sich in einer Stärke, mit der vorher niemand gerechnet hatte.

Erster König der Sektion wurde Jean Pfeiffer. An dem Schützenfest nahm auch der Bundesschützenkönig Siegfried Werner teil.

An den Schützenfesten in Aldenhoven nehmen die Vorstandmitglieder aus Bedburdyck, Damm, Rath, Stessen und Wallrath stets teil. Die Ehrung der Jubilare wird auch in Aldenhoven vorgenommen. Was als ein Versuch 1959 gestartet wurde, ist heute ein fester Bestandteil im Jahresablauf in Aldenhoven: Schützenfest der St. Sebastianus-Bruderschaft der Pfarre Bedburdyck, Sektion Aldenhoven.

So konnte die St. Sebastianus Bruderschaft in der Zeit vom 18.07.-21.07.1981 ihr 475.-jähriges Jubiläum feiern. Jubiläumskönig war Edgard I. mit seiner Gattin Gerda Griese.

Die Könige aus den Orten Bedburdyck-Stessen, Damm, Hemmerden, Rath / Wallrath und Steinforth-Rubbelrath sind stets bei uns zu Gast, und Aldenhoven erwidert gern diese Besuche. Mit den Vereinen, die sich gegenseitig besuchen, wollen wir das bevorstehende Fest des 500.- jährigen Bestehens feiern.

Möge dieses Feste allen neuen Auftrieb geben, nicht nur Schützenfest zu feiern, sondern sich im Leben als Bruder zu erweisen. Wenn jeder ein bißchen dazu beiträgt, braucht keiner Angst um den Bestand unserer Bruderschaft zu haben.

... Vorbild St. Sebastianus


 

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...bis Schützenfest!